Die Künstlersozialversicherung

Die Künstlersozialversicherung ist die Sozialversicherung für selbständige Künstler und Publizisten. Sie deckt also die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung ab.

 

Wer selbständiger Künstler oder Publizist ist, ergibt sich aus § 2 KSVG (Gesetz über die Sozialversicherung der selbständigen Künstler und Puiblizisten).

Künstler im Sinne dieses Gesetzes ist, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt. Publizist im Sinne dieses Gesetzes ist, wer als Schriftsteller, Journalist oder in anderer Weise publizistisch tätig ist oder Publizistik lehrt.

 

Die selbständigen Künstler und Publizisten zahlen dabei eine Hälfte der Beiträge direkt. Die andere Hälfte wird über die Künstlersozialabgabe und einen Zuschuss vom Bund gezahlt.

Der Beitragssatz der Verwerter von Kunst und Publizistik, also der Kunden bzw. Auftraggeber, beträgt für 2010, 2011 und 2012 jeweils 3,9 %. FÜr 2013 beträgt der Beitragssatz 4,0 %. Sie werden nach der Summe aller Entgelte berechnet, welche der Verwerter in einem Jahr für Kunst und Publizistik aufgewendet hat.

 

Umfangreiche Informationen gibt es auch auf der Seite der Künstlersozialkasse. Dass diese Informationne im Zweifel im Sinne der Künstlersozialkasse ausfallen, versteht sich von selbst.

Wer ist versichert?

 

Aus § 3 Abs. 1 Satz1 KSVG ergibt sich, dass in der Künstlersozialkasse alle diejenigen versichert sind, die

 

  • künstlerisch oder publizistisch sind und
  • selbständig tätig sind und
  • ihre Tätigkeit erwerbsmäßig ausüben und
  • Einkünfte pro Kalenderjahr von mindestens 3.900,00 Euro erzielen (nach Einkommensteuerbescheid) und
  • nicht mehr als Arbeitnehmer beschäftigt sind (außer Berufsausbildung oder geringfügige Beschäftigung).

Da eine klare Abgrenzung im Gesetz nicht vorgenommen wird, sollte man sich zunächst am sog. Künstlerkatalog der Künstlersozialkasse (KSK) orientieren.

 

Wer muss die Künstlersozialabgabe leisten?

 

Aus § 24 KSVG ergibt sich die Abgabepflicht für die Unternehmer bzw. Verwerter.

 

Dabei sind im Gesetz zunächst einzelne Unternehmensarten aufgezählt, die abgabepflichtig sind. Sodann werden generelle Voraussetzungen zur Abgabepflicht gemacht. Entscheidend ist dabei, dass "nicht nur gelegentlich" entsprechende Aufträge an Künstler oder Publizisten erteilt werden. Diese Grenze ist überschritten, wenn mehr als drei entsprechende Aufträge im Kalenderjahr erteilt werden.

 

Abgabepflichtig ist der Veranstalter, der mit den Künstlern Verträge abschließt.

 

Wer nur vermittelt, muss dann keine Abgaben zahlen, wenn der Veranstalter selbst abgapflichtig ist. Vermittelnde Agenturen haben die Künstlersozialabgabe also dann zu zahlen, wenn der Veranstalter selbst nicht abgabepflichtig ist.

 

Wieviel Künstlersozialabgaben müssen gezahlt werden?

 

In 2010, 2011 und 2012 mussten 3,9% der für künstlerische und publizistische Leistungen aufgewendeten Entgelte an die Künstlersozialkasse abgeführt werden, sog. Bemessungsgrundlage. Für 2013 betrug der Satz 4,1%, für 2014 und 2015 lag er bei 5,2%.

 

Noch nicht abschließend geklärt (aber zurzeit Stand der Dinge) ist, ob diese Entgelte an versicherte Personen gezahlt worden sein müssen oder ob es ausreicht, dass eine prinzipiell versicherungspflichtige Tätigkeit bezahlt wurde.

 

Damit müssen Verwerter alle Entgelte berücksichtigen, die für künstlerische oder publizistische Leistungen aufgewendet wurden, unabhängig davon, ob die Künstler selber in der KSK versichert waren oder sind.

 

Entgelt ist dabei alles, was der Verwerter zahlt, abzüglich der in einer Rechnung ausgewiesenen Umsatzsteuer. Weiterhin sind die Zahlungen ausgenommen, die für urheberrechtliche Nutzungsentgelte und sonstige Rechte des Urhebers an Verwertungsgesellschaften gezahlt werden und steuerfreie Aufwandsentschädigungen, also z.B. Fahrtkosten, welche im Rahmen der steuerlichen Freigrenzen erstattet werden.

Ebenfalls ausgenommen sind Übungsleiterpauschalen, welche bis zu einer Höhe von 2.400,00 Euro steuerfrei sind.

 

Wir beraten Sie im Vorfeld und vertreten Sie sowohl gerichtlich als auch außergerichtlich gegenüber der Künstlersozialkasse.

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